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HARALD R. MEDER
MAGISCHES EINMALEINS
PROPÄDEUTIK DER PSYCHOMAGIE



Das Hexeneinmaleins aus Goethe's Faust hat ungezählte Gemüter bewegt und Gehirne strapaziert. Mathematiker und Analphabeten, Metaphysiker und Pseudo-Esoteriker haben sich daran versucht. Eine Lösung fand keiner. Es gibt auch keine. Es handelt sich um eine Allegorie des Widersinnigen. Um ein Sinnbild der Magie. Um etwas, was unmöglich scheint, nichtsdestotrotz aber möglich ist.

Du mußt verstehn!
Aus Eins mach Zehn,
Und Zwei laß gehn
Und Drei mach gleich,
So bist du reich.
Verliere die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
So sagt die Hex,
Mach Sieben und Acht,
So ist's vollbracht:
Und Neun ist Eins,
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexeneinmaleins.

Das Wort Psychomagie entstammt dem Vokabular der MUGA®-Lehre und meint die Gesamtheit aller Möglichkeiten, die sich aus der charakteristischen Denkweise des Unbewussten ergeben. Die Denkweise ist schon seit langem bekannt. Besonders Hans Zulliger und Melanie Klein haben sich eingehend mit dem archaisch-magischen Denken befasst. Dass diese naturgemäßen Möglichkeiten bisher kaum genutzt wurden, liegt einerseits daran, dass unser Bildungswesen anders ausgerichtet ist und vordringlich die Bewusstseinsfunktionen optimiert. Auch die Erkenntnisse von Alphonse Maeder, der sich mit dem Studium der Selbstheilungskräfte befasst hat, werden mehr oder weniger stillschweigend übergangen. In tiefenpsychologischer Sicht eine Verdrängung, die wahrscheinlich auf der Angst gründet, dass die Vorherrschaft der Ratio und einer akademischen Hierarchie nicht gesichert scheint, wenn eine mündige Klientel Autoregulative Prozesse begünstigen und damit den Angeboten der Schulmedizin und der Psychotherapie das Monopol streitig machen kann. Das ist zwar menschlich gesehen einigermaßen verständlich, kann aber mit dem Hypokratischen Eid nicht ohne weiteres in Einklang gebracht werden.

UnEn
Psychomagie wird bei der Intuitiven Traumarbeit© genützt, um einen Dialog mit dem Unbewussten in die Wege zu leiten. Dieser Dialog verfolgt das Ziel, quälende Symptome, die psychisch bedingt sind, zu beseitigen und prophylaktisch die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Das ist durch keine andere Vorgehensweise auf Dauer zu bewerkstelligen, weil das Unbewusste nicht logisch, sondern prälogisch denkt. Alle kopflastigen Methoden und Taktiken, die darauf abzielen, den unbewussten Bereich des Feinstofflichen Organismus zu überlisten oder zu programmieren, bringen bestenfalls einen temporären Erfolg und führen in der Mehrzahl aller Fälle zu einer Verschlimmbesserung. Es kann zu Konversionsneurosen, zu einem Symptomwandel, zu frei flottierenden Ängsten und einer endogenen Depression kommen. In der Regel bleibt auch der Zusammenhang mit den rationalen Interventionen, die als Auslöser fungieren, unerkannt. Der Patient wechselt halt vom Therapeuten zum Internisten oder vom Psychoanalytiker zum Neurochirurgen - und damit hat sich die Sache. Dabei ist es gar nicht so schwer, die Denkweise des Unbewussten zu erlernen und den Dialog zu führen. Denn das archaisch-magische Denken ist nicht nur die Denkweise des Unbewussten, wie oft fälschlich angenommen wird, sondern auch die des Kindes. Deshalb ist es ein Wiedererlernen, kein Neuerlernen. Traumarbeit findet immer mehr Liebhaber, plätschert aber bloß in den seichten Gewässern der Esoterik herum, weil viele Eso-Autoren bloß Schrift-stehler sind und nicht wagen, die Claims der Traumtheorien und tiefenpsychologischen Schulen zu verlassen. So wird auf dem luziden Träumen herumgeritten, obwohl das für die Arbeit mit Träumen völlig bedeutungslos ist. Viele Imaginationsmethoden verweilen wie aussätzige Bittsteller im Vorzimmer des Unbewussten. Und Traumsurfen kann bestenfalls als ein Spielen mit Träumen bezeichnet werden, nicht aber als Traumarbeit. Außerdem sind alle diese Vorgehensweisen nicht ganz unproblematisch, weil dabei dem Unbewussten etwas aufoktroyiert wird, was es nicht akzeptieren kann, weil es mit dem Sinn seiner Existenz ebenso wenig zu tun hat wie das Kunsteislaufen für einen Karpfen.

Der Traum ist ein Feedback des Unbewussten, welches den Zweck verfolgt, die Persönlichkeit auf einen Lebenskurs zu bringen, der ihrer Besonderheit entspricht.


Allein schon mit Hilfe der UnEn ist es möglich, das energetische Vermögen quasi zu Potenzieren, weil brachliegende oder blockierte Bereiche aktiviert werden und die Persönlichkeit wieder in den Vollbesitz ihrer mentalen Kraft kommt. Das Wort steht für Umwandlung negativer Energie und ist gleichfalls dem Sprachschatz des MUGA® entlehnt. Täglich ein paar Minuten reichen aus, um sich seelisch fit zu halten und gegen negative psychische Einflüsse (PIn) zu immunisieren. Dass viele Leute lieber Pillen schlucken oder allen ernstes glauben, dass sie über Körperarbeit einen gesunden und widerstandsfähigen Feinstofflichen Organismus bekommen, erscheint in dieser Sicht wie eine varieteereife Persiflage der einst ehrwürdigen Esoterik. Um einen Dialog mit dem Unbewussten zu führen und die natürlichen Kräfte der Psychomagie zu nützen, muss man damit beginnen, Träume zu verstehen. Und allein schon dazu ist es nötig, die Prinzipien des archaisch-magischen Denkens zu kennen. Mit Träumen zu arbeiten, ohne zu wissen, wie das Unbewusste denkt, kann man nicht anders als einen Pfusch nennen. Und sämtliche Versuche, das Unbewusste auszutricksen und zu manipulieren, haben nach dem Talionsprinzip seelische Reaktionen zur Folge. Diese treten häufig zeitlich verzögert auf, weil der Feinstoffliche Organismus erst einmal checkt, was für eine Absicht dahinter steckt. Aber sie kommen bestimmt. Und da das Unbewusste einen großen Einfluss auf das Körperliche hat, können auch psychosomatische Reaktionen die Folge sein. Wer sich für die Arbeit mit Träumen interessiert, um seelisch gesund und fit bis ins hohe Alter zu bleiben und die Selbstheilungskräfte zu wecken, der ist gut beraten, wenn er sich eingehend mit der Psychomagie befasst. Es könnte ihm andernfalls wie dem Zauberlehrling in Goethes Ballade ergehen, der zwar imstande war, die Geister zu rufen, dann aber ruckizucki in Bedrängnis kam und ertrunken wäre, wenn der Meister nicht rechtzeitig eingegriffen hätte.

LITERATUR
:
Meder, H.R.: Intuitive Traumarbeit, Bern, Frankfurt, New York, Paris 1990

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HARALD
R. MEDER
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Porträt   HARALD R. MEDER
Porträt HARALD R. MEDER

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update 08.03.2006 Thomas Linsner